Eva Högl beim Polizeiabschnitt 33 in der Perleberger Straße

Insgesamt leben rund 60.000 Menschen im Bereich des Abschnitts 33, der sich in insgesamt vier Dienstgruppen aufteilt, diese sind jeweils von West nach Ost über Moabit verteilt, so dass sich das Gebiet in Streifen aufteilt.
So nahmen an dem Gespräch neben dem Leiter des Abschnitts 33, Herr König, auch die Leiter der vier Dienstgruppen und der Verkehrssicherheitsberater teil.
Auch wenn Moabit kein Schwerpunkt der Kriminalität in Mitte oder in Berlin ist, absolvieren die Beamtinnen und Beamten alleine zwischen 1.200 und 1.600 Einsatzfahrten pro Monat - über 40 am Tag. Zum Einsatzgebiet gehören genauso die Ladendiebstähle im Berliner Hauptbahnhof wie ein eventueller Wohnungseinbruch im Huttenkiez. Dafür gibt es rund 180 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
Besondere Erwähnung fand auch der Präventionsbeauftragte des Abschnitts, Herr Bösel. Er war in den vergangenen Monaten bei allen wichtigen Kiezterminen - sei es das Stadtteilplenum oder die Stadtteilvertretung, das Quartiersmanagement oder der Wettbewerb für den Kleinen Tiergarten - aufgetaucht und stand als Ansprechpartner immer zur Verfügung.
Schwerpunkte der Arbeit sind Sachbeschädigungen, Rauchgiftdelikte und Wohnraumdiebstähle. Dabei informierte Herr König, dass die Polizei in besonders betroffenen Straßen die Anwohnerinnen und Anwohner durch Handzettel und Hausverteilungen auf die Gefährdung hingewiesen hatten. Dadurch wollen sie mehr Aufmerksamkeit für die möglicherweise gefährdete Wohnung des abwesenden Nachbarn erzeugen.
Ein Diskussionspunkt war die Toilette, die im Zusammenhang mit dem Aktiven Stadtteilzentrum als Forderung der Bürgerplattform im September aufgestellt werden soll: Die U-Bahnlinie 9 war in der Vergangenheit einer der Vertriebsschwerpunkte für Betäubungsmittel gewesen. Die frühere Toilette war bei Drogenabhängigen bevorzugter Ort, um sich "einen Schuss zu setzen", damit wurde die ungepflegte Toilette zu einem abschreckenden Ort für die Bürgerinnen und Bürger. Bei der Auswahl des neuen Ortes für die Toilette war die Polizei beteiligt.
Ein Problem mit harten Drogen spielt heute im Kleinen Tiergarten oder im Ottopark nicht mehr die große Rolle. Allerdings besteht eine "Trinkerszene" mit früheren Drogenabhängigen. Eine Sozialarbeit, die an dieser Gruppe ansetzt, muss auf funktionierenden Wohn- und Beschäftigungsmöglichkeiten ansetzen, damit sie wirksam werden kann, ergab sich aus der Diskussion. Andernfalls besteht die Gefahr, dass die Sozialarbeiter keine wirkliche Funktion erfüllen können.
Entscheidend für den Kleinen Tiergarten und den Ottopark bleibt aber, dass keine Orte entstehen, die nicht eingesehen werden können. Diese führen dazu, dass Rückzugsräume entstehen, die viele Bürgerinnen und Bürger abschrecken.
Eine Idee aus dem Kiez konnte noch nicht an den richtigen Ansprechpartner gebracht werden: Ein Wunsch aus den Quartiersrat wäre ein Tag der offenen Tür im Gebäude, vielleicht verbunden mit einem Fußballturnier zwischen Jugendmannschaften und der Polizei. Denn insgesondere der Abschnitt präsentiert sich teilweise wenig zuvorkommend: Wer vor dem Tor in der Kruppstraße steht, blickt direkt in die Mündung eines Wasserwerfers.
Als Mitglied des Rechtsausschusses arbeitet Eva Högl an vielen Themen, die sich mit der Inneren Sicherheit und der Arbeit der Polizei beschäftigen. So gehören zur Arbeit des Ausschusses auch die Frage der nachträglichen Sicherungsverwahrung oder der Bestrafung der Gewalt gegen Polizistinnen und Polizisten. Dabei holte sie die Meinung der Beamten ein.
Zwei wichtige Wünsche der Polizei nahmen Eva Högl und die Vertreter der Moabiter SPD mit: Bei vielen neuen Gebäuden planen die Architektinnen und Architekten unsichere Bereiche ein, die den Bewohnerinnen und Bewohnern später unangenehm sind. Hier wären direkte Gespräche mit der Polizei wünschenswert.
Ein zweiter Punkt betrifft einen neuen Anstrich für die Jugendverkehrsschule in der Bremer Straße.




