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Hubertus Heil: Wirtschaftsfaktor Migration

Podium bei der Veranstaltung Unternehmertum und Migration

Unternehmerinnen und Unternehmer mit Migrationshintergrund leisten einen großen Beitrag zur Wirtschaft in Deutschland. Über 650.000 Betriebe sind in Deutschland, viele schaffen Arbeitsplätze und bieten Beschäftigung für Deutsche mit und ohne Migrationshintergrund, denn die Betriebe sind schon lange keine Nischenwirtschaft mehr.

Das war die erste Bilanz, die Hubertus Heil zog, als er auf der Veranstaltung der SPD Moabit-Nord über das Thema sprach und er benannte es mit dem Titel "Wirtschaftsfaktor Migration."

Ausgangspunkte, die Veranstaltung zu organisieren, waren vor über einem Jahr in der Abteilung entwickelt worden, stellte der Vorsitzende der Abteilung am Anfang dar. Dies hatte sich durch die herabsetzenden Äußerungen von Thilo Sarrazin über türkische Gemüsehändler noch einmal verstärkt. Dennoch hatte es lange gedauert, bis die Veranstaltung mit der hochrangigen Besetzung tatsächlich durchgeführt werden konnte. Leider genau rechtzeitig zu dem Zeitpunkt, als Sarrazin mit neuen Äußerungen über vererbbare Intelligenz von sich reden machte.

Wir brauchen diesen Stichwortgeber für die Probleme der Migration nicht, war die einhellige Auffassung auf dem Podium und es ging auch nicht nur um Probleme, die sich aus der Migration ergeben.

Wer sich in Deutschland mit Migrationshintergrund selbständig macht, hat mehr Schwierigkeiten, die vorhandenen Förderprogramme in Anspruch zu nehmen. Weniger dieser Selbständigen nehmen die Beratung in Anspruch und es ergeben sich für einen Teil der Gruppe auch Probleme, die mit der Sprache im Zusammenhang stehen.

Aber viele der Unternehmerinnen und Unternehmer mit Migrationshintergrund sind "unternehmenslustiger", sie setzen sich aus der Arbeitslosigkeit dafür ein, wieder selbst Geld verdienen und über ihr Leben bestimmen zu können.

Aus diesen, nur ausschnittweise referierten Thesen von Hubertus Heil ergab sich danach eine intensive Diskussion auf dem Podium. Hüseyin Yilmaz, der Vorstandsvorsitzende der Türkischen Unternehmer und Handwerker e.V. Berlin organisiert für seine Mitglieder genau diese Beratungsleistung. Er forderte auch von der Politik diese aufsuchende Beratung ein und einen diskriminierungsfreien Umgang - wahrscheinlich hinken Politik und Verwaltung in diesem Bereich der Wirklichkeit hinterher.

Praxisbezogen war auch der Beitrag von Ilkin Özisik, Mitglied der 6. Abteilung und Vorsitzender der AG Migration der SPD in Berlin-Mitte. Er machte deutlich, dass es eine Vorbereitung auf die spätere Selbständigkeit zusammen mit dem Zutrauen in den Schulen geben muss. Und er wies auf die Gruppe von Selbständigen aus der Gruppe der Migrantinnen und Migranten hin, bei denen trotz der Mitarbeit der ganzen Familie die Selbstausbeutung nie überschritten werden kann. Hier fehlen oft die nötigen Qualifikationen, um das Wachstum eines Unternehmens möglich zu machen. Umso wichtiger ist, dass die Kinder eine solide Ausbildung bekommen, um nicht nur mitzuarbeiten, sondern auch weiter zu entwickeln.

Die Diskussion, die von Eva Högl, der SPD-Bundestagsabgeordneten für Berlin-Mitte geleitet wurde, führte sie mit aktuellen Informationen ein. Sie hatte die Bundesregierung nach aktuellen Zahlen und Informationen gefragt, die auch auf dieser Seite herunter geladen werden können.

Nach einer längeren und intensiven Diskussion, die aber immer wieder aktuellen Fragen der Migrations- und Integrationspolitik bestimmt war, sagte Hubertus Heil zu, dass er das Thema auf Bundesebene weiter behandeln wolle. Es scheint das erste Mal gewesen zu sein, dass dieser Themensbereich bundesweit aufgegriffen worden ist durch die SPD.

Auch in der Abteilung Moabit-Nord will man an dem Thema bleiben, Stichwortgeber sein gerade für die Fragen der Selbständigkeit aus der Arbeitslosigkeit und der Gründung einer Existenz, die an der Grenze der Selbstausbeutung ist. Besondere Rolle soll dabei die Frage der Gesundheits- und Pflegeberufe spielen.

(Auf dem Podium v.l.n.r.: Hubertus Heil, Ilkin Özisik, Eva Högl und Hüseyin Yilmaz.)

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Hoegl_SchriftlicheFragen_Migration.pdf371.36 KB