Informationsveranstaltung über den Neubau des Gastronomie-Großmarkts in der Siemensstraße

Am Montag den 28. September 2009 informierte Baustadtrat Herrn Ephraim Gothe (SPD) und weitere Sachverständigen über die Baumaßnahmen und den späteren Betrieb des Gastronomie-Großmarktes der Firma Hamberger in der Siemensstraße.
Mit dem Bauvorhaben kehrt ein Stück der alten Gewerbestruktur in Moabits Norden zurück: Statt der brachliegenden ungenutzten Bahn- und Industrieflächen werden erfolgreich neue Gewerbe und damit neue Arbeitsplätze angesiedelt. Wo früher Güter umgeschlagen wurden, entstehen neue ökonomische Strukturen in Moabit.
Die Veranstaltung startete mit einer Vor-Ort Begehung der auf der Nordseite der Siemensstraße befindlichen Pappelreihe. Diese soll für den Neubau des Großmarktes abgeholzt werden. Gegen diese Abholzung richtete sich vor Ort auch der erste Bürgerprotest der betroffenen Anwohner. Als Gründe für die Abholzung wurden vom Amt für Umwelt und Natur ein starker Pilzbefall der Pappeln und deren bereits fortgeschrittenes Alter festgestellt. Auch ohne den Pilzbefall hätten die Pappeln eine zu erwartende Lebensdauer von noch max. 10-20 Jahren.
Im Anschluss an die Ortsbegehung wurde im SOS Kinderdorf in der Waldstraße die eigentliche Informationsveranstaltung durchgeführt. Der Architekt des Großmarktes sowie Sachverständige und Gutachter erläuterten fachbezogen die einzelnen Planungs- und Durchführungsschritte und gaben eine Einschätzung der zu erwartenden Auswirkungen auf die Umwelt ab.
Mit ca 13-14000 Quadratmetern wird der Hamberger Großmarkt in Berlin laut Aussage des Geschäftsführers Herrn Titius der größte insgesamt. Sogar größer als das Stammhaus in München. Neben dem eigentlichen Gebäude, das in zweigeschossiger Bauweise errichtet wird und eine Höhe von maximal 13 m erhalten soll, sind Parkplätze für ca. 260 Fahrzeuge an der Westseite und LKW-Ladebuchten an der Ostseite des Geländes geplant. Geplante Aufnahme des Betriebs ist September 2010.
Den Zugang an das Gelände ermöglich zukünftig die bereits geplante, aber noch nicht fertiggestellte Umgehungsstraße. Es ist die Fortführung der bereits in Betrieb befindlichen Ellen-Epstein-Straße parallel zur Quitowstraße. Die Vertreter der Behörden versprechen sich durch diese Umgehung eine erhebliche Lärmminderung für alle Anwohner der Siemens- bzw. Quitzowstraße.
Allerdings wird diese Umgehungsstraße erst im Herbst 2011 fertiggestellt. Für die Zeit bis zu ihrer Ferigstellung wird die Zufahrt auf das Großmarktgelände ausschließlich über die Siemensstraße erfolgen. Die vorgestellten Verkehrsgutachten gehen von 1000 An- und Abfahrten von PKW sowie weiteren 80 An- und Abfahrten von LKW aus. Dies bedeutet eine starke Verkehrsbelastung der Siemensstraße. Ebenfalls kritisch angemerkt wurde die Tatsache, dass die Einfahrt zu den LKW Rampen an der Ostseite des Geländes für diesen Zeitraum direkt gegenüer der James-Krüss Grundschule sein wird.
Sowohl die Gutachter für Lärm als auch für Verkehr gehen jedoch nach der Fertigstellung der Umgehungsstraße von einer starken Beruhigung des Verkehrs in der Siemensstraße aus. So soll die Verkehrsdichte von derzeit 15.000 KfZ auf in Zukunft auf unter 1000 KfZ pro Tag sinken. Durch besondere Auflagen, wie z.B. einer Vorkommissionierung der LKW soll zudem eine Beliefung zur Nachtzeit durch LKW so gering wie möglich gehalten werden. Laut den Bauplänen sind die LKW-Zufahrten derart abgesenkt, dass die LKW letztlich unterhalb der Umliegenden Erdgeschosshöhe andocken werden. Dies führe, so das Gutachten, zu einer weiteren minimierung von Lärm. Insgesamt zeigte sich der Lärmgutachter zuversichtlich, dass die Lärmgrenzen weitesgehend eingehalten würden.
Ein weiterer für die Anwohner kritischer Punkt stellt die Abholzung der Pappeln und die Verbauung der Aussicht durch das Gebäude selbst dar. Hier ist seitens des Betriebers des Grossmarktes eine Dachbegrünung geplant. Die Gebäudefassade selbst soll ebenfalls u.a. durch ca. 6 m hohe Hecken begrünt werden. Auf großflächige Werbung in der Siemensstraße soll ebenfalls verzichtet werden. Zudem soll der PKW Parkplatz auf der Westseite überdacht werden. Auf dem Parkplatzgelände sollen neue Bäume angepflanzt werden.
Wenn schließlich die neue Umgehungsstraße fertiggestellt ist, wird sich ist auch eine Entlastung des Verkehrs einstellten. Durch weitere Verkehrsberuhigungsmaßnahmen in der Siemensstraße werden die Anwohner schließlich eine neue Wohnqualität in ihrem Kiez erhalten.





