Mahn- und Gedenkmarsch zur Reichspogromnacht 2009

Knapp 1.000 Bürgerinnen und Bürger sowie Schülerinnen und Schüler von Oberschulen in Mitte waren 2009 dem Aufruf des Bezirksamtes und der Bezirks-Verordneten-Versammlung (BVV) von Berlin-Mitte gefolgt und hatten sich bei einem Sternmarsch von der Synagoge in der Levetzowstraße und dem jüdischen Krankenhaus im Wedding auf den Weg zum Mahnmal auf der Putlitzbrücke gemacht.
Vom Güterbahnhof in Moabit waren nach 1938 zehntausende jüdischer Berlinerinnen und Berliner in die Konzentrationslager und damit in den Tod deportiert worden.
Beim Gedenkmarsch durch Moabit ging ein Transparent des Bezirks Mitte voran, das von Mitgliedern der Bezirksverordnetenversammlung getragen wurde (links der Moabiter Bezirksverordnete Hans-Günter Mahr, daneben Lars Neuhaus, der Vorsitzende der SPD-Fraktion in der BVV).
"Ich kenne noch die Daten, wenn ich das vergesse, würde ich meine Familie vergessen," berichtet ein Zeitzeuge nach der Veranstaltung in einem Gespräch unter anderem dem Bezirksstadtrat Ephraim Gothe.
In seiner Rede mahnte Bezirksbürgermeister Christian Hanke zum Gedenken an die Opfer, das heute immer als ein Aufruf zur Toleranz im Alltag im vielfältigen Bezirk Mitte begriffen werden soll.
Im Anschluss sprach Lala Süsskind, Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde zu Berlin, die eine Brücke zwischen dem Gedenken an das freudige Ereignis an den Fall der Mauer vor 20 Jahren und die Schrecken der Judenvernichtung zog und vor allem bei den Schülerinnen und Schülern für das Bewahren und Gedenken warb.
Im Anschluss an die beiden Reden folgte eine Gedenkminute. Den Abschluss der Veranstaltung bildeten zwei Lieder, eines vorgetragen von Schülerinnen und Schülern der Jüdischen Oberschule, das andere gemeinsam von allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern gesungen "Imagine all the people - Living life in peace" von John Lennon.
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