Umweltschutz schafft Arbeitsplätze – spannende Diskussion mit MdB Ulrich Kelber und Olaf Moll vom Unternehmensnetzwerk Moabit

Was lange Zeit wie ein Gegensatz diskutiert wurde, gehört heute zusammen. Wo in Umweltschutz investiert wird und Innovationen vorangetrieben werden, da profitieren auch immer Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.
Um zu erfahren, was es vor Ort für Projekte gibt und was die Politik auf Bundesebene im Bereich ökologischer Industriepolitik umsetzen kann, lud die SPD Moabit-Nord am 4. April 2011 im Rathaus Tiergarten zu einer Diskussionsveranstaltung ein.
Auf dem Podium zwei Experten: Ulrich Kelber, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der SPD Bundestagsfraktion, und Olaf Moll, stellvertretender Vorsitzender des Unternehmensnetzwerkes Moabit.
Ilkin Özisik, Direktkandidat der SPD für das nörliche Moabit und den Süden des Wedding, leitete mit spannenden Fragen durch den Abend und sorgte für den Einstieg.
Nach einem kurzen Abriss über die Entwicklung der Umweltpolitik in Deutschland und dem Blick auf die Gegenwart verwies Ulrich Kelber, der sich seit Jahren mit Umweltpolitik auseinandersetzt, auf die Herausforderungen, denen sich die Politik annehmen müsse. Die Umstellung auf regenerative Energien in absehbarer Zeit sei allein wegen der Ressourcenverknappung bei fossilen Brennstoffen notwendig. Es reiche dabei aber nicht, wie beispielsweise die Grünen das immer wieder vorhätten, auf schnelle politische Programme zu setzen – dies führte nur zu einer Überhitzung des Marktes mit negativen Folgen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Eine gelungene Umweltpolitik nehme auch Rücksicht auf diejenigen, die sich beispielsweise die Wärmedämmung ihres Hauses nicht auf Anhieb leisten könnten, so Kelber. Ziel müsse es sein, eine langfristige Perspektive zu entwickeln.
Dass sich viel tut in Moabit, bewies Olaf Moll mit der Vorstellung der Initiative „green moabit“ des Unternehmensnetzwerkes Moabit. Ein Ziel der Initiative sei es, Unternehmen in Moabit zusammen zu bringen und davon zu überzeugen, ökologischer zu wirtschaften, so Moll. So habe sich das Unternehmen, in dem er arbeite, beispielsweise einer Umwelt-Studie der Berliner Hochschule für Wirtschaft und Recht unterzogen. Erstaunliches Ergebnis der Studie sei gewesen, dass das Unternehmen bis zu 50 Prozent seines Stroms einsparen könnte, würde nachhaltiger gewirtschaftet.
Moll verwies bei seinem Engagement nicht nur auf die Kostenersparnisse, die sich für Unternehmen in Moabit ergeben könnte. Einer seiner Hauptantriebe sei auch stets der Gedanke an die Zukunft, die man seinen Kindern hinterlasse.
Wie stark sich der Energiemarkt und damit verbundene Arbeitsplätze in einigen Jahren verändern könnten, wurde deutlich, als Ilkin Özisik die Frage an Ulrich Kelber und Olaf Moll richtete, man möge die Anwesenden doch einmal in die Zukunft mitnehmen. Kelber sprach von einer zunehmenden Dezentralisierung der Energieversorgung mit zahlreichen kleinen Kraftwerken und intelligenten Netzen, in denen eine Stromverteilung und Speicherung viel gezielter, billiger und schneller möglich sein werde, als heute noch denkbar. Olaf Moll verwies auf zahlreiche Möglichkeiten für Auszubildende, die sich im Bereich des Unternehmensnetzwerkes fänden und oft noch nicht wahrgenommen würden. Mit dem Ausbau erneuerbarer Energien und lokaler Energieversorgung bestehe das große Potential, neue Dienstleistungen zu etablieren und mehr Menschen in Arbeit zu bringen.
Zahlreiche Fragen aus dem Publikum sorgten für einen spannenden Abend und brachten weitere Anregungen für die Zukunft. Ganz praktische Tipps für den Umweltschutz durften da nicht fehlen. Um es mit Olaf Moll zu sagen: Einfach mal das Auto stehen lassen und mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren.
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